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  Mediation im Denkmalschutz


„Die Zukunft unserer historischen Stadtlandschaft erfordert gegenseitiges Verständnis zwischen Politikern, Stadtplanern, Stadtentwicklern, Architekten, Umweltschützern, Objekteigentümern, Investoren und den betroffenen Bürgern, die alle zusammenarbeiten, um das städtische Erbe zu erhalten und dabei gleichzeitig die Modernisierung und Entwicklung der Gesellschaft in kulturell und historisch sensibler Art und Weise berücksichtigen und somit Identität und sozialen Zusammenhalt stärken.“

Zitat aus dem Wiener Memorandum der UNESCO-Konferenz "Welterbe und zeitgenössische Architektur", 12.-14.Mai 2005, Wien


Österreich hat ein reiches Erbe an Denkmälern zu verwalten, das nicht nur für die Identität des Landes und die Lebensqualität bestimmend ist, sondern auch einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt - Stichwort Tourismus. Die Denkmäler Österreichs befinden sich in unterschiedlichen Besitzverhältnissen: Kirche, Gebietskörperschaften und Privateigentümer/innen (Einzelpersonen, Firmen, Gesellschaften u. a. m.). Nutzung und Erhaltung der Objekte liegt in erster Linie im Ermessen und in der Verantwortung der Eigentümer/innen. Daneben steht die Erhaltung der historisch und kulturell wertvollen Objekte im öffentlichen Interesse. Sie werden durch die Behörde (auf Landes- und auf Bundesebene) und das Denkmalschutzgesetz geschützt. Und schließlich finden sich in konkreten Fällen oft interessierte Bürger/innen, welche über die politische Ebene - als Bürgerinitiativen,
Vereine u. ä. - ihr Interesse artikulieren.

Wenn es um Erhalt, Sanierung und Nutzung eines konkreten Objektes geht, treffen also oft unterschiedliche, zuweilen einander widersprechende Interessen aufeinander, und es entstehen Konflikte, in welchen sich allzu oft die Fronten verhärten und die letztendlich dem Erhalt der Denkmäler abträglich sind.

Wir haben bereits im Jahr 2004 beschlossen, in einem Pilotprojekt das Verfahren der Mediation mit all seinen Möglichkeiten im Bereich Denkmalschutz anzubieten.


Die Vorteile der Mediation im Denkmalschutz:

Für alle, denen Denkmalschutz ein Anliegen ist:

Die Erhaltung des künstlerischen und kulturellen Erbes ist vielen ein wichtiges Anliegen. Wesentlich ist jedoch der Aspekt der Realisierbarkeit. Denkmalschutz auf rein wissenschaftlicher Basis kann in der Realität oft nicht bestehen, im schlimmstmöglichen Fall erweist sich eine solche Haltung sogar als kontraproduktiv und führt zum beschleunigten Verlust der Objekte. Im Mediationsverfahren werden die Argumente des Denkmalschutzes dargelegt und berücksichtigt.

Für die Eigentümer/innen von Denkmälern:
Oft prinzipiell von der Richtigkeit des Denkmalschutzes überzeugt, stehen die Eigentümer/innen häufig überfordert und verärgert vor materiellen und bürokratischen Hürden oder unlösbar erscheinenden Detailfragen. Im Mediationsverfahren erhalten sie als gleichberechtigte Partei die Gelegenheit, ihre Anliegen offen zu legen und eine Lösung zu verhandeln, die ihren Interessen und Möglichkeiten entspricht.

Für die politischen Entscheidungsträger/innen:
Durch diese Art der Kommunikation kann ein hohes Ausmaß an Zufriedenheit bei allen beteiligten Gruppierungen erreicht werden.

Gemeinsam werden praktikable und individuell auf den einzelnen Fall zutreffende Lösungen erarbeitet und festgelegt. Dies strukturiert und beschleunigt die Umsetzung notwendiger Maßnahmen, spart Zeit sowie Kosten und ist letztendlich der Erhaltung bzw. Rettung schützenswerter Objekte nur zuträglich.


Das konkrete Angebot - Was wir leisten

Im Bereich des Denkmalschutzes kann Mediation sowohl im akuten Konfliktfall, als auch präventiv, im Vorfeld einer Eskalation eingesetzt werden.

1. Methodenerklärung

Unverbindliches Erstgespräch - Klärung, ob Mediation für den vorliegenden Fall grundsätzlich geeignet ist - vertraulich und auf Wunsch anonym.

2. Auftragsklärung
Persönliches Gespräch mit den Auftraggeber/innen, um Methode und Auftrag zu klären. Ein Projektvorschlag für das Mediationsverfahren wird vorgelegt - im späteren Auftragsfall kostenlos.

3. Projektstart
Erörterungen, wer an einer nachhaltigen Lösung mitwirken und daher an der Mediation teilnehmen sollte - nach Klärung dieses sogenannten "Settings" kann die Mediation beginnen.

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