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  Umweltmediation

Umweltmediation ist ein Dialog zwischen Interessengruppen, wie Bauträgern, Planer/innen, betroffener Bevölkerung und politischen Entscheidungsträger/innen - häufig schon, bevor es überhaupt zu einer Konfrontation kommt (z.B. tauschen Gemeinden, Gewerbebetriebe und Bürgerinitiativen Informationen aus und erörtern die wechsel-
seitigen Interessenlagen). Dieser Dialog wird von Umweltmediator/innen geleitet.

Ziele einer Umweltmediation sind insbesondere
•   konstruktive Gespräche zwischen Betreiber/innen, Planer/innen, Nutzer/innen und
    Anrainer/innen von Bauvorhaben
•   wechselseitiges Verständnis für Interessen in Zusammenhang mit einem     Bauvorhaben
•   Austausch und Offenlegung von Wissen um lokale/regionale Gegebenheiten und
    technische Machbarkeiten
•   gemeinsame Suche nach Lösungen mit möglichst guter ökonomischer,
    ökologischer und sozialer Verträglichkeit (Nachhaltigkeitsprinzip)
•   Vermeidung von langwierigen Behörden- und Gerichtsverfahren

Der Nutzen für Baubetreiber/innen besteht in der Zeitersparnis. Bedenken z.B. von Anrainer/innen gegen ein Bauvorhaben, die im Rahmen einer Mediation ausgeräumt werden können, ersparen später Zeit während des gesetzlichen Behördenverfahrens.

Der Nutzen für Planer/innen besteht zusätzlich im frühzeitigen Erkennen lokaler Interessen und in der Möglichkeit, Wissen über örtliche, natürliche und kulturelle Gegebenheiten besser zu berücksichtigen.

Der ortsansässigen Bevölkerung verschafft die Umweltmediation frühzeitig Wissen aus erster Hand über geplante Bauvorhaben. Somit ist sie nicht auf indirekte, vielleicht unvollständige Information angewiesen. Es entsteht die Möglichkeit, Bedenken zu artikulieren, Ängste auszusprechen (z.B. befürchtete Lärmbelastungen) und konkrete Wünsche zu äußern (z.B. infrastrukturelle Interessen) und andererseits auch die Überlegungen von Betreiber/innen besser zu verstehen.

Politische Entscheidungsträger/innen können durch diese Art der Kommunikation ein hohes Ausmaß an Zufriedenheit bei allen beteiligten Gruppierungen erreichen.

Wichtige Projektentscheidungen, z.B. im österreichischen Bahn- und Straßenbau, wurden in den vergangenen Jahren durch Umweltmediation effizient vorbereitet. Seit Herbst 2000 arbeiten 60 Beteiligte unter der Leitung eines Mediationsteams an der Thematik rund um Betrieb und Ausbauvorhaben am Flughafen Wien. Sowohl im Rahmen dieses größten typischen Mediationsverfahrens in Europa als auch in Bürgerbeteiligungsverfahren bei Bahn- und U-Bahn-Projekten konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln.

Flexible Methodenkombination
Diese Erfahrungen verleihen uns die Kompetenz, Großgruppenprozesse für und mit Klient/innen zu planen und zu leiten, die der Fragestellung und den Bedürfnissen der
Beteiligten bestmöglich entsprechen.

Während der Durchführung einer Umweltmediation sind die Mediator/innen für die
Gesprächsführung ebenso verantwortlich wie für das Projektmanagement, nicht jedoch für inhaltliche Entscheidungen. Diese obliegen allein den Interessengruppen im Rahmen ihrer gemeinsamen Lösungssuche.


Literatur
Gerhart Conrad Fürst, Umweltmediation, MANZ-Verlag Dezember 2004,
ISBN 3-214-00626-6


Links zu Projekten
Mediationsverfahren Flughafen Wien viemediation.at


Referenzen (Download pdf)

Fallbeispiele

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